Typklassen

Die Typklasse ist ein Indexwert zur Berechnung der Versicherungsprämie für die Kfz-Haftpflichtversicherung und Kaskoversicherung. Dieser Wert wird jährlich am 1. Oktober von einem Treuhänder anhand des Schadenbedarfs für jeden Fahrzeugtyp bestimmt. Der Schadenbedarf ist der Quotient aus der Summe der Schadenaufwendungen im entsprechenden Kalenderjahr und der Zahl der Jahreseinheiten. Der Indexwert gibt das Verhältnis des Schadenbedarfs eines einzelnen Fahrzeugs zum vergleichbaren Schadenbedarf aller Fahrzeugtypen wieder. Die Typklassen sind für alle Versicherungsgesellschaften bindend und gelten für alle in der Bundesrepublik Deutschland zugelassenen Fahrzeuge.

 

 

In der Kfz-Haftpflichtversicherung rangieren die Typklassen zwischen 10 und 25, in der Vollkaskoversicherung bzw. Teilkaskoversicherung zwischen 10 und 34 bzw. zwischen 10 und 33. Je höher die Typklasse desto höher ist der hinterlegte Schadenbedarfsindex. Führt eine Änderung der Typklasse zu einem höheren Beitrag so hat der Versicherungsnehmer ein außerordentliches Kündigungsrecht.

 

Bei Importfahrzeugen oder neu auf den Markt kommenden Fahrzeugen wird in Anlehnung an vergleichbare Fahrzeugtypen eine vorläufige manuelle Typklasse festgelegt. Mittlerweile gibt es in Deutschland fast 14.000 Fahrzeugtypen. Für jedes dieser Fahrzeuge bestehen unterschiedliche Typklassen, die zum Teil sogar innerhalb der selben Fahrzeugklasse stark differieren können. Bis Mitte 1996 verwendete man zur Beitragsberechnung die Motorleistung eines Fahrzeuges.

 

Allgemein lässt sich nach wie vor die Tendenz feststellen, dass ein Fahrzeug mit stärkerer Motorisierung in eine teurere Typklasse eingestuft wird; daneben besteht jedoch auch der Effekt, dass ältere Fahrzeuge, die aufgrund vergleichsweise günstiger Gebrauchtwagenpreise bei Fahranfängern beliebt sind, in der Typklasse verglichen mit neueren Modellen deutlich stärker belastet werden.

 

 

Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung

 

Die niedrigste Typklasse in der Haftpflichtversicherung ist 10, die höchste 25. In der Haftpflichtversicherung bestimmt hauptsächlich die Schadenhäufigkeit den Schadenbedarf. Die durchschnittlichen Kosten für Schäden, die die Fahrer der verschiedenen Automodelle Dritten zufügen, differieren nicht so stark. Die Fahrer eines Automodells bestimmen also mit ihrem Fahrverhalten (Häufigkeit von Unfällen) die Haftpflichttypklasse deutlich. Über die passive Sicherheit oder die Reparaturfreundlichkeit eines Autos sagt die Haftpflichttypklasse nichts aus.

 

Der Typklassentarif in der Haftpflichtversicherung basiert auf den Schadendaten von mehreren Millionen Pkw's. Als Datengrundlage dienen dabei die Schäden der jeweils letzten drei statistisch erfassten Jahre. So steht eine verlässlich große Datenbasis zur Berechnung zur Verfügung, um eine kontinuierliche Anpassung an den aktuellen Schadenbedarf zu gewährleisten.

 

Typklassen in der Kaskoversicherung

 

Die niedrigste Kaskotypklasse ist momentan 10, die höchste in der Vollkaskoversicherung 34 und in Teilkasko die 33. Jedes Jahres werden die Zuordnungen der Fahrzeugmodelle zu den Typklassen neu berechnet und im Typklassenverzeichnis veröffentlicht. Der Anteil der vollkaskoversicherten Pkw liegt bei rund 50 Prozent; während rund 33 Prozent aller Autos eine Teilkaskoversicherung haben. Bei neuen Fahrzeugen liegt der Anteil vollkaskoversicherten Fahrzeuge z. T. sogar über 90 Prozent.

 

Warum gibt es Typklassen?

 

Die Grundidee des Typklassensystems in der Autoversicherung liegt darin, die entstandenen Schäden möglichst genau den versicherten Fahrzeugen zuzuordnen, um zu mehr Beitragsgerechtigkeit zu gelangen. Durch die jährliche Überprüfung der Typklasseneinstufung kann auf Veränderungen im Schadenverlauf reagiert werden. Sinken beispielsweise die Schadenzahlungen, die die Fahrer eines bestimmten Automodells durch von ihnen verursachte Unfälle notwendig machen, kann die Typklasse in der Autohaftpflichtversicherung und damit auch der Beitrag sinken.

 

Die Typklassen können im Internet unter www.gdv.de oder www.typklasse.de abgefragt werden. Dort kann sich jeder über die genaue Einstufung seines Fahrzeuges in Vollkasko, Teilkasko und Autohaftpflicht informieren.

 
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